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Luftsportler wollen Freiheit zurück

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Mit einem 40 Gramm schweren Modellflugzeug, namens Twenny, machen Luftsportler und Piloten bundesweit auf ihre Probleme in der Luftfahrt aufmerksam. Alle 3.500 Landtags- und Bundestagsabgeordnete erhalten in den nächsten Tagen diesen "Demoflieger" mit dem Kennzeichen D-HELP und einen Beipackzettel mit der unmissverständlichen Botschaft.

Nach Ansicht der Betroffenen, gibt es nichts was mehr reguliert wird wie die Allgemeine Luftfahrt und der Luftsport in Deutschland. Die Piloten von Modell-, Segel- oder Motorflugzeugen werden ständig neuen deutschen und vor allem europäischen Verordnungen und Gesetze auferlegt, deren Unsinn einfacher zu erkennen ist wie deren Sinn. Dieser nicht mehr durchschaubare Regulierungsdschungel führt beispielsweise zu über 40 Gesetzen und Verordnungen die für den Flug einer 5 minütigen Platzrunde einzuhalten sind. Die Aktion wird unterstützt vom Deutschen Aeroclub DAeC, der AOPA Deutschland (Verband der Allgemeinen Luftfahrt) und dem Deutschen Modellfliegerverband DMFV. Organisiert wurde sie vom Gründer der Internet-Basis-Initiative, www.jar-contra.de, Claus-Dieter Zink.

Entstanden ist die Protest-Aktion durch die medizinischen Tauglichkeitsanforden an Piloten und Luftsportler. Die neuen europäischen Vorgaben für die Anforderungen an Besatzungen von Luftfahrzeugen setzen eine "Kampfjettauglichkeit" für alle Piloten voraus, die sogar vom Deutschen Fliegerarztverband kritisiert wird. Im Ausland reiche oftmals ein Attest vom Hausarzt aus, um fliegen zu dürfen, hierzulande treibt man die Kosten künstlich nach oben und behindere die aktive Jugendarbeit und das Ehrenamt in den Luftsportvereinen, die mittlerweile existenzbedrohende Ausmaße erreicht. Die deutschen Piloten fordern hier nicht ein hoch riskantes Experiment des Gesetzgebers, sondern eine Anpassung an die Realität wie dies in vielen Ländern der Welt bereits geschehen ist.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Zuverlässigkeitsüberprüfung (ZÜP) für Piloten. Unter dem Vorwand der Abwehr von Terror-Anschlägen ist im Rahmen des Luftsicherheitsgesetzes der § 7 verabschiedet worden, nach dem sich alle deutschen Piloten vom Verfassungsschutz über die Geheimdienste und weiteren Institutionen überprüfen lassen müssen. Wir nicht freiwillig eingewilligt und selbst für die Überwachung bezahlt, droht der Entzug der Lizenzen. Einzige legale Möglichkeit für die Piloten diese Zuverlässigkeitsüberprüfung zu umgehen, ist ihre Pilotenscheine in ausländische Lizenzen umzuschreiben, denn damit kann man in Deutschland weiterhin ohne die Überprüfung durch die Behörden fliegen.

Kritisiert werden auch die Flugbeschränkungen zu zur Fußball-WM. Der Luftraum, so wurde es beabsichtigt, werde bei solchen Ereignissen in einem Radius von 50 Kilometern um das Stadion für Motorflugzeuge, Segelflugzeuge und sogar für Modellflugzeuge gesperrt.

Der Vorsitzende Rolf Schneider und die Mitglieder der FSG-Hammelburg haben sich bereits mehrfach in Form von Petitionen an den Deutschen Bundestag gewandt. Bereits über 25.000 Piloten haben sich gegen die sinnlose Überprüfung, wie sie auch der Landtag von Schleswig-Holstein bezeichnet, angeschlossen. Geändert hat sich seither trotzdem nichts. Die Piloten wehren sich gegen den zunehmenden Entzug von Bürger- und Freiheitsrechten unter dem Deckmantel der Terrorismussbekämpfung. "Von unserem Verein ging in den letzten 50 Jahren keine Bedrohung aus - für niemanden", so Rolf Schneider

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 05. April 2007 um 21:51 Uhr