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Ziele von Jar Contra

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Absurde Regelungen und ausufernde Bürokratie bedrohen den Luftsport in Deutschland. Das Land, in dem Otto Lilienthal die Grundlagen des modernen Luftverkehrs erforscht hat, macht es seinen Bürgern nahezu unmöglich, Luftsport zu betreiben. Das zeigt sich auch daran, daß die Mitgliederzahlen in den deutschen Luftsportvereinen in den letzten beiden Jahren um über 10% gesunken sind.
Die deutschen Luftsportler und Privatpiloten sehen sich in massiver Weise zunehmend Überreglementierungen ausgesetzt, die immer unerträglicher werden. Die dadurch verursachten Kosten machen den Luftsport zu einem Privileg der Reichen. Gerade Jugendliche, für die Luftsport in der Vergangenheit eine sehr gute Chance war, in hohem Maß verantwortlich tätig zu werden, können sich den Sport einfach nicht mehr leisten. Insbesondere drei Bereiche machen den Luftsportlern das Leben schwer:

1. Medizinische Tauglichkeitsanforderungen

In Deutschland werden an einem Segelflieger die gleichen medizinischen Anforderungen gestellt wie an einen Jetpilot oder Kapitän einer Airline. Das ist einmalig in der Welt. Ursache dafür ist die Einführung von JAR-FLC 3. Diese Regeln sollen europaweit für gleiche Voraussetzungen im kommerziellen Luftverkehr sorgen. Obwohl ausdrücklich nicht für den privaten Luftverkehr konzipiert, werden die Regeln in Deutschland auch für den Luftsport angewendet. Dazu wurden sie durch Übersetzungsfehler und durch "deutsche Gründlichkeit" maximal zum Nachteil der Betroffenen formuliert. So entscheidet nicht der untersuchende Arzt, ob ein Pilot geeignet ist, ein Flugzeug zu führen, sondern sehr niedrige Grenzwerte bei 98 Kriterien begründen eine Entscheidung der Behörden nach Aktenlage. Teuere Sondergutachten sind bei minimalen Normabweichungen notwendig.
br> Dabei zeigen Untersuchungen internationaler Organisationen allerdings, daß medizinische Ursachen bei Unfällen in der Luftfahrt nahezu keine Rolle spielen (0,36%). In England, wo jedes Opfer eines Luftfahrtunfalles pathologisch untersucht wird, hat es seit Beginn der Aufzeichnungen überhaupt keinen Unfall mit eindeutig medizinischen Ursachen gegeben. Medizinische Untersuchungen kann genauso gut ein Hausarzt vornehmen. Dazu benötigt es keine speziellen Fliegerärzte oder gar Aeromedical Centers. Und eine Behörde ist auch nicht geeignet über Tauglichkeit zu befinden. In anderen europäischen Ländern und in den USA wird dies seit Jahren problemlos so gehandhabt.
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2. Einschränkung des Luftraumes

Um Sicherheit vor Terrorismus zu gewährleisten, werden immer öfter große Teile des Luftraumes gesperrt. Die Behörden glauben, Einrichtungen, wie Atomkraftwerke oder das Regierungsviertel in Berlin, Veranstaltungen, wie die Fußball WM 2006, durch Flugbeschränkungsgebiete vor Terroristen schützen zu können. Diese Gebiete gelten aber nur für den Verkehr nach Sichtflugregeln und damit überwiegend für Kleinflugzeuge. Diese sind aufgrund ihrer Größe, ihres Gewichtes und der Zuladung aber überhaupt nicht für terroristische Anschläge brauchbar. Jeder Kastenwagen, ja jeder Rucksack ist für einen Terroranschlag besser geeignet als ein Kleinflugzeug. Kein Terrorist wird sich durch irgendein Sperrgebiet von seiner Tat abhalten lassen, genauso wenig, wie sich ein Bankräuber von einem Parkverbotsschild abhalten lassen wird. Die Gefahr geht, wenn, dann von großen Flugzeugen aus, die tatsächlich eine Option für Terroristen sind. Diese sind jedoch durch die Sperrgebiete überhaupt nicht betroffen. Aus diesem Grund sollten Flugbeschränkungsgebiete bei Sonderereignissen und für Einrichtungen nur für große Flugzeuge gelten.
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3. Zuverlässigkeitsüberprüfungen

Von Luftsportlern wird gefordert, immer wieder "freiwillig" eine Zuverlässigkeitsüberprüfung zu beantragen. Dabei wird unter anderem in den Archiven des BND, in den Stasi-Archiven und in sonstigen Behörden nach Punkten gesucht, die für eine Unzuverlässigkeit des Piloten sprechen. Es gibt weder für Unzuverlässigkeit, noch für Zuverlässigkeit verlässliche Kriterien. Das Ergebnis der Überprüfung muß dem Piloten nicht einmal unbedingt mitgeteilt werden. Damit ist behördlicher Willkür Tür und Tor geöffnet. Die größte Ungerechtigkeit ergibt sich daraus, daß ausländische Piloten und Piloten mit ausländischer Lizenz nicht überprüft werden. Das hat zur Folge, daß der iranische Pilot eines Jumbojets mit 120 Tonnen Kerosin an Bord ohne Einschränkungen fliegen darf, währenddessen der deutsche Fluglehrer, der seit 40 Jahren Jugendliche betreut, seine eigene Durchleuchtung veranlassen und bezahlen muß. In allen Fällen ist ein Sicherheitsgewinn durch die Regelungen nicht erkennbar, im Gegenteil, teilweise wird es Terroristen sogar leichter gemacht (so z.B. durch die Veröffentlichung der Koordinaten der Kernkraftwerke). In allen Fällen wird eine enorme Bürokratie aufgebaut. Allein für die Zuverlässigkeitsüberprüfungen werden ganz neue Behördenabteilungen geschaffen. Die Kosten für die Luftsportler werden unangebracht erhöht.

Bitte helfen Sie uns dabei, dafür zu sorgen, daß wieder Augenmaß angewendet wird und das Handeln an die Realität angepasst wird.
Zuletzt aktualisiert am Montag, 30. Januar 2006 um 23:07 Uhr