Konstantin - Farbsehen: untauglich

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Ich bin Mitglied der Segelflugabteilung des Post-Sportvereins Nürnberg und interessiere mich seit meinen ersten Flug für die Luftfahrt. Da man mit 14 Jahren mit der Ausbildung zum Segelflugzeugführer beginnen kann, bin ich auf den Post-SV gestoßen.

Nachdem ich den Mitgliedsantrag eingereicht hatte, machte ich eine Termin beim Fliegerarzt aus. Da der Augenarzt, der mit dem Fliegerarzt im Vertrag steht, Urlaub hatte konnte ich erst danach einen Termin vereinbaren. Nach den Untersuchungen bei dem Augenarzt bekam ich folgenden augenärztlichen Untersuchungsbericht zugestellt:

Bei Punkt 303 (Ophthalmologische Anamnese) steht folgendes: "Eine Schiel-OP im Alter von 3 Jahren. 2. Schiel-OP mit 8 Jahren (Uni Giessen). Eine Farbschwäche sei bekannt" Bei Punkt 313 (Farbsehen): "Pseudoisochromatische Tafeln Typ Ischinara; Anzahl der Tafeln 24; Anzahl der Fehler (dort hat er nichts eingetragen!); Weiterführende Untersuchung des Farbsehens erforderlich: ja; Untersuchungsmethode Anomaloskop; nicht farbensicher" Bei Punkt 321 (Augenärztliche Bemerkungen und Empfehlungen): "Bei Z .n. Schiel-OP besteht kein räumliches Sehvermögen. Am Anomaloskop ergibt sich ein AQ < 0,6"

Darauf stellte mir der Fliegerarzt folgendes (Un-)Tauglichkeitszeugnisaus:Klasse des verweigerten Tauglichkeitszeugnisses: "2" Bemerkungen: "Fehlendes räumliches Sehen bei Z. n. 2 X Schiel-OP; Farbenblindheit" Meine Träume vom Fliegen waren erst einmal auf Eis gelegt. Aber da erinnerte ich mich an eine Aussage meines behandelten Augenarztes. Er schrieb mir nach einer Untersuchung folgenden Brief, den ich meinem eventuell geplanten Einspruch beilegen sollte: "Beim Patient wurde am 05.10.04 beim Überprüfen des Stereosehens eine Stereopsis von 100 - 800 Winkelsekundenfestgestellt."

D.h. es ist räumliches Sehen vorhanden. Danach rief mein Vater beim Luftamt Nordbayern an um sich über das Einspruchsverfahren zu informieren. Er ließ sich auch die Telefonnummer von der Schiedsstelle in Fürstenfeldbruck geben. Als er dort anrief und die Werte durchgab, sagte der Arzt dort: "Nach dem altem Recht, wenn er einen Schein hätte oder wenn er im Verlauf seines Lebens ein Auge verloren hätte wäre die Flugtauglichkeit gegeben". Aha mit einem Auge sieht man also besser als mit zwei??!! Weiter sagte er "Wenn er nur eine Einschränkung hätte, könnte er Fliegen, mit zwei nicht" Auf die Nachfrage, warum die Farbenblindheit beim Segelfliegen eine Rolle spielt (ich sehe z. B. das Gras schon grün, nur die Ziffern im Farbsehtest kann ich nicht erkennen), kam folgende Antwort: "Er könne ja Instrumente im Cockpit nicht richtig ablesen, bei denen es auf das Farbensehen ankommt" Na ja aber wenn ich mir mal die Cockpits in unseren Vereinsflugzeugen ansehe, finde ich kein Instrument, bei dem eine 100%ige Farbensicherheit zum Ablesen nötig ist.

Darauf gefragt ob dies auch im Segelflieger nötig ist, gab man meinem Vater folgendes zur Antwort: "Er könnte doch mit diesem Tauglichkeitszeugnis auch einen Motorfliegerschein machen." Toll, aber kann man nicht eine spezielle Tauglichkeitsklasse für Segelflieger einführen? Ich will nämlich kein motorisiertes Luftfahrzeug steuern. Warum nehmen sich die deutschen Behörten nicht einmal das EU-Mitglied Österreich zum Vorbild, bei denen es, so viel ich weiß keine umständliche Tauglichkeitsuntersuchung für Segelflieger gibt?


Konstantin
Zuletzt aktualisiert am Samstag, 12. März 2005 um 15:10 Uhr