Quast und Kirklies erneut in den Schlagzeilen

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Quast

Das Magazin Pilot und Flugzeug berichtet in seiner Ausgabe 07/2005 "Der Fall Dr. D." über einen wahrlich unglaublichen Fall eines Berufspiloten: 16 Monate gegroundet durch eine Fehlentscheidung des Herrn Dr. Kirklies im LBA in Zusammenhang mit dem Zweitgutachter Dr. Quast. Während der Betroffene um seine Lizenzen ringt, fünfstellige Summen für die Erhaltung und Verlängerung der Lizenz sind im Spiel, braucht der Vorgang, allein bis zum Abschluss des Zweitgutachtens von Herrn Dr. Quast (Aeromedical Center Stuttgart) 14 Monate, von November 2003 bis Februar des Jahres 2005 (!). Dr. Quast war selbst massgeblich an der Ausarbeitung von JAR FCL 3 beteiligt.

Mit im Spiel ist damit erneut das private Aeromedical Center des Dr. Quast, welches bereits in anderen Fällen mit Durchlaufzeiten von 4 Monaten auffiel. Wieso Dr. Quast auch hier nicht die als Zulassungsvoraussetzung für ein AMC gesetzlich vorgeschriebene vertragliche Zusammenarbeit mit einer Universitätsklinik zur Beschleunigung des Verfahrens angewendet hat, kann nun nur noch ein Gericht klären. Bis heute bleiben alle Anfragen bezüglich der an Ihn angebundenen Ärzte sowie konkret abgewickelten Fälle beim Uniklinikum Tübingen unbeantwortet. Die Klinikleitung, konfrontiert mit diesem Schreiben, spricht im Mai 2005 von "einen anderen Kenntnisstand", inzwischen wurde ein Redeverbot erteilt.

Vor allem bemerkenswert an diesem Fall ist, dass sich die Aussage vom März 2005 von Dr. Quast in keiner Weise mit den tatsächlichen Findings deckt, es wird lediglich heile Welt vorgespielt. Man sagt, man habe alles getan, Herr Kirklies sei so schwer zu überzeugen. Tatsächlich hat man aber erst nach 15 Monaten Untauglichkeit (November 2003 bis Februar 2005) das positive Gutachten erstellt und es tatsächlich auch abgeschickt.

logo_lba.jpg Wie zu erwarten, sind auch hier Hammerpreise im Spiel. Nebst einer gesalzenen Rechnung von sage und schreibe 1000 EUR von Dr. Quast, verlangt das LBA nochmals 800.- EUR dazu für diesen einfachen Vorgang, und stellt eine Lizenz aus, die zu nichts berechtigt, natürlich genau deshalb, weil die Berechtigungen für die Ausübung (Flugstunden) nach der durch Quast/Kirklies erzwungenen Pause von 16 Monaten längst verfallen sind.

Wir drücken dem Piloten die Daumen, seine Chancen die rechtlichen Ansprüche auf Schadensersatz aus der Lizenzverlängerung und Arbeitslosigkeit, hier sind wir bald bei sechsstelligen Summen angelangt, geltend machen zu können, stehen sicher nicht schlecht. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen unzulässiger Gebührenerhebung und Schadensersatz im Rahmen der Amtshaftung. Das Problem: Die von Fach-Laien zusammengeschusterten luftrechtlichen Verordnungen zum Stereosehen, welche im vorliegenden Fall zur Untauglichkeit führten, stehen auf dünnen Beinen. Bittet man daher bereits um Geduld in höflich formulierten Zwischenbescheiden im laufenden Amtshaftungsverfahren? Und es stellt sich die Frage, haftet der Staat hier überhaupt? Sollte ein Verschulden nachgewiesen werden, müssen die Doktoren möglicherweise Ihre eigenen Versicherungen bemühen, sollten sie solche Fehler, die einem Arzt einfach nicht passieren dürfen (man hat schliesslich eine berufliche Existenz ruiniert), tatsächlich versichern.

Vielen Dank von Jar Contra an die Redaktion von Pilot und Flugzeug, welche uns das Recht den gescannten Artikel hier zu publizieren, gerne einräumte.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 05. April 2007 um 21:50 Uhr