Stellungnahme des DAeC

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Der DAeC hat eine Stellungnahme weitergegeben, worin der Entwurf einer zweiten VO zur Änderung luftrechtlicher Vorschriften über Anforderungen an Flugbesatzungen vom 20.09.2005" kommentiert wird. In Bezug auf das Medical bezieht sich der DAeC auf den Vorschlag vom 1.12.2004, und geht nur am Rande darauf ein. Nachfolgend eine erste kritische Einschätzung:

Auf Seite 2, Schnupperregelung: Man rudert zurück, feiert nicht mehr die 4 Wochen, sondern fordert mit Blick auf die JAA nun den Wegfall dieses nationalen 4 Wochen Unsinn's. Spät aber immerhin.
Dann sind die Hängegleiter nun mit im Boot, werden mit der Mini-ZÜP belästigt, ohne gesetzliche Grundlage, soweit in Ordnung dies hier anzuprangern.

Auf Seite 3, bereitet man die Musterproblematik auf, die derzeit dazu führt daß Lehrer 10 Stunden im Schulungsdoppelsizter absitzen müssen, obwohl sie in der übrigen Zeit z.B. 100 Stunden in einer ASH25 verbracht haben. Zunächst sind bereits unterschiedliche Segelflugmuster nicht gleich, eine Verbesserung hier wäre bereits ein Erfolg. Die Reisemotorsegler aber auch noch einzubeziehen ist sicher ein hoher Anspruch, aber der Versuch ist es wert.

Seite 3 unten, und Seite 4: Hier wird bei den Medical Vorschriften nach JAR FCL 3 nur bei den Fristen, und bezüglich einer Mini-Änderung bei den Augen Nachbesserung gefordert. Das ist natürlich viel zu wenig. Auf den DAeC Medical Vorschlag mit Hausarztregelung, eine Art Tauglichkeitsklasse III, wird zwar im Vorwort referenziert, aber hat man hier bereits aufgegeben weiter zu argumentieren? Gerade hier tun Änderungen Not, da gerade diese Regelung weniger finanzkräftige Piloten mit kleinen Handicaps allesamt zu Fußgängern macht, sowie Einsteiger durch Aufwand und hohe Kosten am Begin einer Ausbildung gehindert werden.

Auf Seite 10 wird dann vom DAeC schonungslos dargestellt, dass die Hälfte der ehrenamtlichen Motor-Fluglehrer aufgrund der Kosten und den Zeitaufwand für Befähigungsüberprüfungen *hinwerfen*. Es wird vom AUS der Ausbildung in den Vereinen gesprochen! Es fragt sich, wie passt das nun zusammen mit der kürzlich auf der Seite daec.de publizierten Formel: "Entschärfte Verfahren in Aussicht"? Darin liest man: "Das BMVBW folgte damit in wichtigen Punkten der Argumentation des DAeC." (!!). Fairerweise sollte dieser Artikel nun auch vom DAeC kommentiert und zurechtgerückt werden. "Entschärfte Verfahren", aber die Hälfte gibt auf, watt it datt denn?

Fazit: Jar Contra und der DAeC kommen sich in Bezug auf eine ungetrübte Sichtweise der Dinge langsam näher. Punktuell sind die Forderungen hoch geschraubt. Bestehende und seit nunmehr einem Jahr unerfüllte Forderungen bezüglich der Medical Regelungen werden nur noch referenziert. Das macht diesbezüglich sehr wenig Hoffung, daß nun auch hier ein Schwenk erfolgen wird. Es bleibt zu hoffen daß diese Stellungnahme nicht komplett an der seit Jahren undurchdringlichen Oberfläche des BMVBW abprallt. Und es bleibt zu hoffen daß der DAeC nun endlich seine Informationspolitik umstellt, und ungefiltert darüber berichtet was man wirklich erreicht hat, und was uns heute noch massiv bedroht. Wir raten daher allen Luftsportlern sich mit unserer, Argumentation zu finden hier in Übereinstimmung mit dem BWLV an die Politik zu wenden. Wenn diese dem BMVBW keine anderen Vorgaben macht, dann ist auch diese Stellungnahmen bald Makulatur, und Änderungen sind eher minimal oder gar nicht zu erwarten.


evo

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 07. Dezember 2018 um 14:37 Uhr