www.jar-contra.de

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
E-Mail Drucken PDF
Benutzerbewertung: / 6
SchwachPerfekt 

Aus Übungsflug wird Schulflug und mehr...

Man hatte eine gute Idee: Es macht Sinn, wenn man Piloten ab und zu mit einem Fluglehrer fliegen lässt. Es schleichenfalke
sich doch Gewohnheiten und Unsauberkeiten ein und da ist es gut, wenn ein "neutraler" Beobachter darauf aufmerksam macht. Das Ganze nannte sich "Übungsflug" und wurde für Motorflieger (vom TMG bis zur Echo-Klasse) alle zwei Jahre verplichtend. Eine Stunde sollte der Flug mindestens dauern und Lehrer und der betroffene Pilot sollten vor dem Flug die Dinge besprechen, die aus beider Sicht wert sind, geübt zu werden. Der Pilot sollte nach dem Flug ein gutes Gefühl haben und wissen, worauf er in bestimmten Situationen zu beachten hat und wie er am Besten damit umgeht.

Mit den neuen EASA-Lizenzen wurde der "Übungsflug" in "Schulflug" umbenannt. Ändert sich ja nix, wie das Ding heißt ist ja eigentlich egal...

Aber: Die Luftämter geben den Lehrern, die diese Schulflüge durchführen nun Bewertungsbögen in die Hand, in denen diese die "Skills" der Piloten bestätigen müssen. Diese Bewertungsbögen müssen an das Luftamt übermittelt werden! Ist das Datenschutz? Wo hat der Pilot sein Einverständnis für diese Datenübermittlung gegeben?

Da gibt es nun Lehrer, die handhaben das sehr pragmatisch. Die sehen sich den Piloten an, beobachten, wie er fliegt und gehen auf dessen Wünsche ein. Wenn dann alles passt, spielt das Papier keine große Rolle mehr. Daneben gibt es aber auch die Fluglehrer, die die Sache "ernst  nehmen" und da wird aus dem ehemaligen Übungsflug plötzlich ein Prüfungsflug. Durchfallquoten von 30% sollen bei einzelnen Fluglehrern durchaus normal sein. 

Nun gut - manm kann sich den Fluglehrer ja aussuchen. Aber das Ganze geht dann doch weit am ursprünglich beabsichtigten Ziel vorbei. Ziel sollte sein, dass die Sicherheit erhöht wird. Die neuen "Schulflüge", die eigentlich "Prüfungsflüge" sind, verführen aber dazu, dass man sich den Lehrer nach dem Motto "bei wem muss ich mich am wenigsten anstrengen" aussucht.

... und - was machen nun die Luftaufsichtsbehörden mit den Bewertungsbögen? Erwartet uns da demnächst eine neue "Verwaltungsgebühr"?

Das Ganze ist wieder mal ein Beispiel, wie Behörden völlig praxisfremd Regelungen - teilweise durch die Hintertür - einführen. Es geht nicht darum, die Sicherheit des Luftverkehrs zu verbessern. Es geht darum, möglichst restriktiv mit den "Untertanen" umzugehen. "Es wäre doch gelacht, wenn man die Hobbyflieger nicht vom Himmel weg bekäme..:".

Deshalb:

  • Keine Bewertungsbögen,
  • keine Mitsprache der Luftaufsichtsbehörden bei diesen Flügen
  • und keine Übersendung dieser Bögen an die Luftaufsichtsbehörden!

Wenn der Fluglehrer sein ok gibt, war's das! 
-brb-

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 02. März 2018 um 13:55 Uhr