Gerhard Allerdissen zeigt "Rote Karte"

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Update: Der DAeC veröffentlicht einen Protestbrief zum Download HIER und fordert seine Mitglieder auf, diesen an Minister Schily zu senden. Inhaltlich ist dieser Brief durchaus treffend formuliert. Auch wir werden uns an dieser Aktion beteiligen, und werden geschlossen diesen Brief drucken, Absender eintragen, unterschreiben und absenden!

Anlässlich der feierlichen Eröffnung der Messe AERO in Friedrichshafen am 21. April hielt DAeC-Präsident Gerhard Allerdissen eine engagierte Rede, die mehrmals durch begeisterten Applaus unterbrochen wurde.

Als Höhepunkt der Rede zeigte Allerdissen dem für das Luftsicherheitsgesetz verantwortlichen Bundesminister Schily symbolisch die „Rote Karte“ des Luftsports und der Allgemeinen Luftfahrt.

Korrekt wurde auch gerügt, daß die Luftsporter aufgrund verfehlter Gesundheitsreformen, nun als Honorarersatz bestimmter Ärztegruppen herangezogen werden. Weiter die deutsche Bürokratie, als das grösste Luftfahrthindernis auf der ganzen Welt!

Unbedingt weiter lesen auf: www.daec.de

Die gesamte Rede vom 21.4 auf der AERO 2005:


Sehr geehrter Herr Staatssekretär, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren, die AERO in Friedrichshafen ist die Messe des Luftsportes und somit der Allgemeinen Luftfahrt.

Der Deutsche Aero Club, als einer der ideellen Träger dieser Messe, begrüßt Sie hier auf der Weltmesse des Luftsportes in Friedrichshafen.

Luftsportlerinnen und Luftsportler des Deutschen Aero Clubs sind weltweit für ihre sportlichen Höchstleistungen bekannt. Weltmeistertitel und Weltrekorde belegen dies immer wieder. Die deutsche Politik und die Luftfahrtverwaltungen sind Weltmeister, wenn es darum geht, den Luftsport und die Allgemeine Luftfahrt mit bürokratischen Hemmnissen zu überziehen.

Kein anderer Sport, wie der Luftsport, wird so durch Gesetze und Verwaltungsvorschriften reglementiert.

Der deutsche Bürokratismus ist das größte Luftsport- und Luftfahrthindernis auf der ganzen Welt.

Bei diesem Luftfahrthindernis, dem Bürokratismus, ist eine Sicherheitsüberprüfung dringend erforderlich und nicht bei den Luftsportlerinnen und Luftsportlern.

Denn der Erfolg dieser Messe ist auch davon abhängig, dass Hersteller und Nutzer von Luftfahrzeugen und Luftsportgeräten nicht weiter mit unsinnigen gesetzlichen und bürokratischen Hemmnissen überzogen werden.

Nur so werden in diesem mittelständischen Wirtschaftszweig Ausbildungs- und Arbeitsplätze gesichert.

Der Deutsche Aero Club setzt sich immer wieder dafür ein, dass Luftsport unter vernünftigen Rahmenbedingungen durchgeführt werden kann.

Sehr geehrter Herr Staatssekretär,

Sie haben eben ausgeführt, welche Bedeutung diese Messe hat. Sie ist die Weltmesse des Luftsportes. Diese Messe ist geprägt von Europa.

Der Deutsche Aero Club freut sich besonders, dass die Generalversammlung des europäischen Luftsportverbandes - Europe Air Sports - am Sonnabend in der Messe- und Hauptstadt des Luftsportes und der Allgemeinen Luftfahrt hier in Friedrichshafen stattfindet. Die Direktoren der EASA wird der Deutsche Aero Club morgen auf seinem Stand in der Halle A 5 begrüßen; ebenfalls die Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt des Deutschen Bundestages - unsere Partner aus der Politik.

Über 100 Mitglieder des Forums Luft- und Raumfahrt sind ebenfalls beim Deutschen Aero Club zu Gast. Nicht nur die Luftraumprobleme sind es, die unseren Sport behindern, sondern auch die Vorschriften aus JAR-FCL.

Das Medical für die Luftsportlerinnen und den Luftsportler muss von jedem Hausarzt ausgestellt werden können. Luftsportler dürfen nicht als Honorarersatz aufgrund einer verfehlten Gesundheitsreform für das Einkommen bestimmter Ärztegruppen herangezogen werden.

Das Luftsicherheitsgesetz ist ein weiterer Baustein, damit das Luftfahrthindernis Bürokratismus" noch größer und höher wird.

Ein solches Gesetz ist sinnlos, zwecklos und erfolglos.

Es hat nur dann einen Sinn, wenn es dazu dient, neue Arbeitsplätze in der Verwaltung zu schaffen; also dass neue Bürokratie aufgebaut wird.

Dies darf aber nicht zu Lasten des Luftsportes und der Allgemeinen Luftfahrt gehen. Wenn der Staat ein solches Gesetz will, dann ist es seine Pflicht, die Kosten für die Durchführung zu tragen.

Ein Gesetz, wie das Luftsicherheitsgesetz, darf den Luftsport in seiner Durchführung und seiner Freiheit nicht behindern.

Wir fordern, dass sich dieses Gesetz in seiner jetzigen Form in Luft auflöst. In diesem Element fühlen sich die Luftsportler ohne bürokratische Hemmnisse am wohlsten. Der Bundesinnenminister ist für dieses Luftsicherheitsgesetz verantwortlich. Er ist auch der deutsche Sportminister und weiß daher auch, was eine rote Karte" im Sport bedeutet.

Sehr geehrter Herr Minister Schily,

für dieses Gesetz erhalten Sie die rote Karte" des Luftsportes und der Allgemeinen Luftfahrt

Sehr geehrter Herr Staatssekretär,

ich möchte hier klarstellen, dass der Luftsport und somit die Allgemeine Luftfahrt nicht gegen Sicherheitsvorschriften ist, sondern nur gegen überzogenen Bürokratismus und die damit verbundenen Kosten.

Der Deutsche Aero Club ist auch weiter zu einer konstruktiven und sachlichen Zusammenarbeit bereit.

Für das bisher gute und faire Miteinander darf ich mich im Namen aller Luftsportlerinnen und Luftsportler bei Ihnen, sehr geehrter Herr Staatssekretär Staffelt bedanken.

Der Deutsche Aero Club als Spitzenverband des Luftsportes fordert die Politik auf, alle Gesetze und Verordnungen für den Luftsport und die Allgemeine Luftfahrt unter Beteiligung der Verbände zu überprüfen, damit unverzüglich bürokratische Hemmnisse beseitigt werden. Meine Damen und Herren aus der Politik und den Verwaltungen, machen Sie ernst mit der Entbürokratisierung.

Geht nicht, gibt's nicht!!

Nutzen Sie den Sachverstand aus den Verbänden. Allen Besuchern der Messe wünscht der Deutsche Aero Club schöne und erfolgreiche Stunden hier auf der Wettmesse des Luftsportes und der Allgemeinen Luftfahrt in Friedrichshafen sowie den Ausstellern volle Auftragsbücher.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 27. September 2006 um 06:12 Uhr