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BWLV aktiviert die Vereine

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Gerd Weinelt hält am 13.11.2005 in der Kongresshalle in Böblingen bei der Ansprache des Präsidenten des BWLV eine engagierte und ausführliche Rede mit dem Kernpunkt der Lage Luftsportler, welche heutzutage durch eine Vielzahl von Vorschriften belastet werden. Ein Flickwerk von gesetzlichen Regelungen, Erschwernisse und viele bürokratische Hinderungsgründe setzen dem Luftsport existentiell zu.

Weinelt nennt die Dinge bei Wort. Von entschärften Verfahren ist nicht die Rede. Stattdessen spricht er von lediglich marginalen Erleichterungen, vielen Erschwernissen, und davon daß die Vorgaben der AG Medical des Aeroclubs nicht umgesetzt, sondern von der Behörde an die EASA abgegeben wurden, um dort in ein paar Jahren vielleicht berücksichtigt zu werden. Das kann es nicht sein. Inzwischen haben auch ein Drittel der Fliegerärzte das Handtuch geworfen. Die Bedingungen wie 100 Untersuchungen zur Verlängerung nachzuweisen, viele Stunden auf Fortbildungen verbringen zu müssen, sind unnötige Verschärfungen, gehen völlig an der Sache vorbei.

Zur Ausbildung auf Reisemotorseglern wird gesagt, daß wir auch nach der neuen DVO immer noch von der Möglichkeit abgeschnitten werden, eine direkte Ausbildung zu beginnen. Ebenso findet sich immer noch die Begrenzung auf 750 kg bei der nationalen Motorflug-Ausbildung, welche es nicht erlaubt, eine Cessna 152 zur Ausbildung einzusetzen. Was soll dieser Schwachsinn?

Die nach wie vor hohen Kosten beim Medical bedrohen den Luftsport in seiner Existenz, sie erschweren die Nachwuchsbildung massiv. Und es entbehrt jeder sachlichen Begründung, im nationalen Sonderweg eine 4 Wochen-Schnupperregelung einzuführen, dies ist weder von Seiten der JAA zu erklären, welche selbst für höherwertige Lizenzen erst ein Medical zum Alleinflug fordern, noch gibt der gesunde Menschenverstand dies her, da am Doppelsteuer stets der Fluglehrer die Verantwortung trägt.

Die Fluglehrer müssen heute 20 Stunden auf dem Muster absolvieren, bevor sie ausbilden dürfen. Kauft ein Verein beispielsweise einen anderen Motorsegler, so kann kein Einweisungsflug durchgeführt werden, solange kein Lehrer die erforderlichen 20 Stunden hat. Weinelt bezeichnet dies als völlig realitätsfern, und sachlich unbegründet, und fordert praxistaugliche Regelungen.

Auch die Regelungen die das LuftSiG für die Luftportler mit der seit 2005 obligatorischen Sicherheitsüberprüfung trifft, sind für eine Erhöhung der Sicherheit völlig ungeeignet, und gehen an der Realität vorbei. Der Entwurf einer DVO zementiert die 3 Jahre Wiederholungsintervall fest. Dies ist in keiner Weise notwendig, da die Polizei neue Erkentnisse ohnehin an die lizenzführende Behörde melden muß.

Weinelt fordert die Vereinsvorsitzenden in der Versammlung auf, neben einer politischen Intervention beim Innenministerium begleitende Maßnahmen in den Vereinen durchzuführen. Die Vereine sollen sich mit Ihren Lokalpolitikern treffen, Ihnen die Probleme bewusst machen, um ernsthaft in der Breite für eine Verbesserung der Bedingungen für den Luftsport einzutreten. Es gibt jetzt noch eine Chance die es zu nutzen gilt, nach einer Abstimmung der zweiten DVO wird unter Umständen keine Gelegenheit mehr dazu sein. Weinelt appeliert sachlich und offen in die Gespräche zu gehen, und die Argumente aus dem Positionspapier des BWLV, welches dort auslag, zu benutzen. Auf der Webseite des BWLV wird das Thema ebenfalls kritisch angesprochen, weiterhin kann man die Positionen dort als .pdf Dokumente downloaden.

Zuvor lenkte DAeC Vizepräsident, Hermann Kleber die Aufmerksamkeit auf die Probleme, welche im Dialog mit der Regierung bestehen. Der Aeroclub hat unter sehr vielen kommerziellen Vereinigungen am Tisch nur eine einzige Stimme. Kleber wörtlich: Man muß erkennen wir stoßen an unsere Grenzen. Andere Interessen sind hier häufig stärker vertreten. Man hat ein paar Dinge erreicht, und man steht in Verhandlungen mit dem LBA um beispielsweise die Arbeit der Werkstattleiter zu behalten, räumt aber ein, daß man in anderen Punkten wie bei der ZÜP und beim Medical nicht das erreicht habe, was man wollte. Kleber forderte daher auf, den Weg in Richtung Lokalpolitiker zu gehen, dabei aber den Ton zu wahren.

Die politischen Positionen des DAeC sind inzwischen auch in einem Papier des DAeC zusammengefasst, welches ungeschönt darstellt, daß in wichtigen Punkten nicht die gewünschten Erfolge erzielt wurden. Jar Contra appelliert ebenfalls an die Vereine, den Weg nachzugehen, und selbst politisch aktiv zu werden. Nur gemeinsam besteht eine Chance hier noch eine Änderung zu bewirken.



evo
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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 11. März 2007 um 12:40 Uhr