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Es geht auch anders

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Im Vordergrund die Modellflieger, etwas weiter hinten ein F-Schlepp.
Modellflug auf Flugpl?tzen funktioniert in den meisten europ?ischen L?ndern ganz ohne Beh?rdenbeteiligung.

Eigenverantwortliche Luftsportler regeln diese Angelegenheit selbst vor Ort. In Deutschland funktionierte dies in den letzten 30 Jahren auch, wohlgemerkt ohne schwere Unf?lle. Bei anderen Freizeitaktivit?ten sieht dies anders aus. Aber in der Luftfahrt ist offensichtlich in vielen F?llen das notwendige Ma? an Verh?ltnism??igkeit verloren gegangen.

Exemplarisch ein Beispiel aus der tschechischen Republik. Die Modellflieger sind Mitglieder des am Platz ans?ssigen Luftsportvereins. Neben dem Polizeihubschrauber, der zum Tanken kommt, ist hier eine Flugschule, eine Werkstatt und ein Charterunternehmen mit einer 2-mot ans?ssig. Die Modellflieger fliegen gemeinsam mit den "Gro?en". Zwischenf?lle? Fehlanzeige.

Unsere Beh?rden agieren pr?ventiv, selbst bei minimalen abstrakten Gefahren. Modellflug auf Flugpl?tzen war 30 Jahre kein Problem. Nun ist er per se erst mal verboten. Um sich zu den neuen Regelungen zu rechtfertigen, werden von verschiedenen Landesluftfahrtbeh?rden (namentlich z. B. Karlsruhe und Nordbayern), sowie dem Hessischen Innenministerium Beispiele ins Feld gef?hrt, die mit der Sache an sich, absolut nichts zu tun haben.


So wird z. B. gern versucht einen Zusammenhang zwischen t?dlichen Unf?llen und dem Thema "Modellflug auf Flugpl?tzen" herzustellen. Leider f?llt nur Insidern hierbei auf, dass diese hilflose Argumentation ins Leere greift.

So wird ein vor kurzem erschienener Aerokurier Artikel hergenommen, wo von einem Zusammensto? zwischen einem Flugmodell und einem Motorsegler berichtet wird.

Lassen wir uns nichts vormachen, der Vorfall ist ?ber einem Modellfluggel?nde und nicht ?ber einem Flugplatz passiert. Vermutlich w?re es auf einem Flugplatz nicht soweit gekommen. Schon im Vorfeld w?ren gemeinsame Absprachen zum Thema getroffen worden und auch das Fehlverhalten des Mose Piloten, der zu tief flog, w?re vermutlich erkannt worden.

Weiterhin wird ein t?dlicher Unfall der in "Ungarn" passierte benutzt um die ?nderung im "deutschen" Luftrecht zu begr?nden. In Ungarn ist ein Modellflugzeug, in die Zuschauer geflogen. Ein Zuschauer erlitt t?dliche Verletzungen. Hier hat nachweislich ein Radiosender durch pl?tzliches Senden, auf einer f?r ihn nicht empfohlenen Frequenz, w?hrend der Flugvorf?hrung, die Frequenz des Modellsenders gest?rt. Unmittelbar zuvor hat der Modellpilot noch seine Frequenz gepr?ft und vor der Veranstaltung einen Probeflug mit einem leichten Elektrosegler durchgef?hrt.

Unfallursachen: zuwenig Vorschriften oder menschliches Versagen?
Keine Vorschrift kann verhindern dass Menschen unvorhersehbare Fehler machen. Ein Papier mit Stempel vom gr?nen Tisch schon gar nicht. Entscheidend ist die gelebte Sicherheitskultur am Flugplatz, nicht die Vorschriften.

Diese zwei F?lle sollen somit alle sinnlosen Ma?nahmen rechtfertigen?

Weit gefehlt, auch die Terrorabwehr, so eine Begr?ndung aus dem Hessischen Innenministerium, soll ein Grund f?r den nun erlaubnispflichtigen Modellflug sein. Der Mitarbeiter des Polizeivizepr?sidenten Hefner, Herr Andreas K. ist offensichtlich der Meinung, dass Terroristen mit Modellflugzeugen Wert darauf legen, nur von genehmigten Gel?nden zu starten, anders ist die nachfolgende Formulierung nicht zu verstehen.

Auf eine Anfrage an den Hessischen Sportminister Herrn Bouffier, bez?glich der Probleme der Vereine mit der neuen Regelung, bekommen wir folgende Antwort: "Der Aufstieg von Modellflugzeugen von Flugpl?tzen aus bedarf in der Tat der luftrechtlichen Erlaubnis. Dies trifft generell f?r ein bestimmtes Gel?nde zu, das auch ein Flugplatz sein kann aber auch anlassbezogen etwa im Zusammenhang mit einer Luftfahrtveranstaltung. Die Zustimmung der Flugleitung bzw. der Luftaufsichtsstelle reicht hierf?r nicht aus. Eventuelle Rechtsunsicherheiten in der Vergangenheit sind durch die Einf?gung der W?rter ?dar?ber hinaus" in ? 16 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe d 2. Halbsatz LuftVO ausger?umt worden. Dies ergibt sich insoweit eindeutig aus der Begr?ndung des Verordnungsentwurfs (Bundesratsdrucksache 668/06, Seite 22). Nach den Terroranschl?gen vom 11. September 2001 sowie den nachfolgenden Anschl?gen durch islamistische Terroristen wurden ebenfalls Modellflugzeuge als Tatmittel in die Bewertung m?glicher Szenarien einbezogen und durch Medien thematisiert. In diesem Zusammenhang bitte ich um Verst?ndnis daf?r, dass mit rechtlichen ?nderungen ein erh?htes Ma? an Sicherheit insbesondere in der N?he von oder auf Flugpl?tzen erreicht werden soll."

Die Antwort, auf eine Nachfrage blieb Herr K. schuldig, hatte er doch hoffentlich eingesehen, dass er sich v?llig verrannt hatte. Wenn das Hessische Innenministerium nach M?glichkeiten zur Terrorabwehr sucht, dann sollte es aufh?ren die Menschen mit solchen unqualifizierten Antworten zu terrorisieren.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 07. Oktober 2013 um 10:49 Uhr